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Eine Wärmepumpe fürs Fachwerkhaus
Jan Blefgen holt sich Rat bei der Verbraucherzentrale

Eine Wärmepumpe fürs Fachwerkhaus

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Jan Blefgen erbt das Haus seiner Großmutter. Bevor der 27-Jährige selbst einzieht, will er das Fachwerkhaus von 1911 sanieren. Vor allem die alte Nachtspeicherheizung will er rauswerfen.
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Eine klimafreundliche Wärmepumpenheizung, die Umweltwärme nutzt und kaum fossile Brennstoffe benötigt.

Aber ist das in dem alten Haus wirklich eine gute Idee –  und überhaupt möglich? Er holt sich Rat bei Energieberater Carsten Peters.

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Eine Wärmepumpe kennt jeder aus dem Kühlschrank. Dort befördert sie Wärme mit einem Kältemittel durch ein Leitungssystem hinaus. Bei der Heizung läuft es umgekehrt: Die Wärmepumpe transportiert Wärme aus der Außenluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich herein. Durch Verdichtung des Kältemittels erhöht sie die Temperatur, sodass es zum Heizen reicht. Für ihre Arbeit braucht die Wärmepumpe Strom.
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Um den Wärmeverlusten im Blefgen’schen Haus auf die Spur zu kommen, nimmt Carsten Peters alles in den Blick:
  1. Wie gut halten die Fenster die Wärme im Haus? Sind Wärmeschutzfenster vorhanden? Dann bietet sich der Feuerzeug-Test an.
  2. Gibt es schon eine Dämmung von Wänden oder Dach?
  3. Wie viel Strom fließt bisher in die Nachtspeicherheizung, und welchen Beitrag leistet der Kaminofen?
  4. Wie wird das Wasser für Dusche und Co. erwärmt?
  5. Und werden die Räume künftig anders genutzt als bislang?

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Ist der Heizbedarf zu hoch, etwa in einem schlecht gedämmten Haus, verbraucht die Wärmepumpe zu viel Strom. Denn dann springt ein Zusatz-Heizstab ein, der das Wasser im Heizkreislauf direkt erhitzt. Das macht den Klimavorteil der Umweltwärme zunichte.

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Fenster

Die meisten sind gut, bereits Zweifach-Wärmeschutzverglasung.

Solaranlage

Ist eine Solaranlage auf dem alten Dach eine gute Idee?

Wand

Muss noch gedämmt werden. Es gibt aber mehrere Anbauten: Es ist nicht alles gleich zu bewerten!

Keller

Derzeit keine Zentralheizung, keine Decken-Dämmung.

Ein Kamin ist vorhanden

Ein Schornstein müsste also nicht nachgerüstet werden. Was muss beachtet werden, wenn der Kachelofen weiter benutzt werden soll?

Wärmepumpe

Dach

Muss das Dach neu gedämmt werden?

Oberste Geschossdecke

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Zwar hat das Haus bereits eine Innendämmung. Aber Energieberater Peters rechnet aus: Durch die Wände geht trotzdem noch viel Wärme verloren. So ist eine Wärmpumpe nicht zu empfehlen.

Jan Blefgen ist bereit, in zusätzliche Außendämmung zu investieren – die Fachwerk-Optik ist für ihn nicht entscheidend. Wichtig ist ihm aber ein natürlicher Dämmstoff. Carsten Peters erklärt ihm die Möglichkeiten bei Material und Vorgehensweise.

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Neben den Außenwänden sind auch Dach und Kellerdecke Kandidaten für neue Dämmung. Insgesamt kommt so eine größere Investition zusammen.

Energieberater Peters verspricht: Der Komfort im Haus wird auf jeden Fall steigen. Für die Fassade als teuerste Maßnahme sieht er zudem gute Chancen auf staatliche Fördermittel: Je nachdem, welche Dämmwirkung erreicht wird, ist ein hoher Zuschuss möglich.

verbraucherzentrale.nrw/foerderprogramme

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Die derzeitigen Nachtspeicherheizungen sollen raus, egal welches System kommt. Für eine Wärmepumpe sind große Heizkörper wichtig, erklärt Carsten Peters. Denn ihnen reichen niedrigere Vorlauftemperaturen.

Ideal wäre eine Fußbodenheizung. Aber das Haus ist nicht sehr eben und hat teilweise niedrige Decken – der nötige Aufbau würde die Räume sehr beengen. Also empfiehlt Peters: große Heizkörper unter den Fenstern.

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Carsten Peters hat eine klare Antwort: Auf keinen Fall!
Zu viel teurer Strom wäre auch nach der Dämmung noch nötig, um das Haus zu beheizen. Weder Klima noch Konto hätten langfristig etwas davon: Die Investition in die Rohre macht sich durch geringere Energiekosten langfristig bezahlt.

verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/preise-tarife-anbieterwechsel/fuer-infrarotheizun...

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Im Keller erläutert Carsten Peters, wo eine Zentralheizung stehen könnte. Als Alternative zur Wärmepumpe bringt er auch eine Pelletheizung ins Spiel. Auch die würde eine Abkehr von fossilen Brennstoffen bedeuten – das ist Jan Blefgen wichtig.

Ein Kamin, an den die Heizung angeschlossen werden könnte, ist für den Scheitholzofen schon vorhanden. Ebenso genug Platz für die Lagerung eines Jahresvorrats an Pellets.

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Für die Wärmepumpe stellt sich die Frage, welche Wärmequelle nutzbar ist. Jan Blefgen hat gehört, dass der Bachlauf hinter dem Haus eine Möglichkeit wäre.

Peters winkt ab: im Wasserstand zu unberechenbar und wasserrechtlich kompliziert. Er empfiehlt eine Sondenbohrung, sofern sie genehmigt wird. Denn dafür muss – anders als beim Erdkollektor – nicht die gesamte Grundstücksfläche aufgegraben werden. Die Erdwärmepumpe gewinnt auch gegenüber der Luftwärmepumpe. Denn im Erdreich ist es das ganze Jahr über wärmer als in der Luft.

verbraucherzentrale.nrw/waermepumpe

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  • 24.000 bis 29.000 Euro würde die Wärmepumpe inklusive Bohrung kosten. / 22.000 bis 25.000 Euro würden für Pelletheizung samt Lagerraum fällig.
  • 7.000 bis 10.000 Euro fielen in beiden Fällen für Rohre und Heizkörper an.
  • Die jährlichen Heizkosten wären recht ähnlich.
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Für beide Heizungsarten sieht Carsten Peters Chancen auf erhebliche Fördermittel. Rund 5.000 Euro könnten für eine Pelletheizung fließen, rund 7.000 Euro für die Wärmepumpe samt Bohrungen.

Wichtig: Jan Blefgen muss alle Förderanträge stellen, bevor er Aufträge erteilt. Die Zuschüsse bekommt er zudem nachträglich – erst einmal muss er in Vorleistung gehen.

verbraucherzentrale.nrw/foerderprogramme

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Bevor die neue Heizung kommt, werden Dach, Fassade und Kellerdecke gedämmt sowie Heizkörper und -rohre eingebaut.

Die Investition liegt im hohen fünfstelligen Bereich. Kann der 27-Jährige die Kosten durch Eigenleistung senken?

Carsten Peters mahnt zur Vorsicht: Fachkundige Planung und Ausführung beugen Schäden und unnötigen Folgekosten vor. Nur bei der Kellerdecke und Teilen der Dachdämmung rät er zur Eigenleistung.
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Etwas fürs Klima zu tun wird immer dringender: Egal, ob Stromsparen im Haushalt, eine neue Heizung oder Solaranlage – es gibt viele Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen!

verbraucherzentrale.nrw/entscheidungen

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Das EU- und landesgeförderte Projekt "Energie2020 – Der Energieverbraucheralltag wird digital" zeigt Privathaushalten ihre Möglichkeiten im Feld der Energieeffizienz und -erzeugung auf. Verbraucherinnen und Verbraucher werden motiviert und angeleitet, eine aktive Rolle in der zunehmend digital geprägten Energiewende einzunehmen und selbst davon zu profitieren. So leistet das Projekt Energie2020 einen Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene vor allem im Gebäudesektor.

energie2020.nrw
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Kachelofen

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Kombiniert weiternutzen kann Jan Blefgen den alten Kaminofen. Allerdings gibt Energieberater Peters zu bedenken: Die Wärmepumpe muss so geplant sein, dass sie das Haus auch allein beheizen kann. Und im gut gedämmten Gebäude kann der Ofen dann zu Überhitzung im Raum führen. Soll er weiterlaufen, empfiehlt Peters deshalb eine Wassertasche. Die verteilt einen großen Teil der Ofenwärme ins zentrale Heizsystem.

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Photovoltaik

Auch vom eigenen Dach könnte Jan Blefgen einen Teil des Stroms für eine Wärmepumpe beziehen. Klar muss aber sein, wie Carsten Peters erklärt: der Solarstrom reicht nicht annähernd, um die Wärmepumpenheizung allein zu betreiben. Denn die meiste Wärme braucht man schließlich im Winter– wenn am wenigsten Solarenergie fließt. Außerdem ist die Kombination von Wärmepumpe, PV-Anlage und Heizstromvertrag nicht ganz einfach. Hier muss genau gerechnet werden.
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Solarthermie

Auch eine Solarwärme-Anlage auf dem Dach könnte die Wärmepumpe unterstützen. Dann könnte Jan Blefgen die Wärmepumpe im Sommer ausschalten, weil fürs warme Wasser die Sonnenwärme reicht. Wirtschaftlich ist das allerdings nur, wenn relativ viel Warmwasser benötigt wird. Für einen Ein- oder Zweipersonenhaushalt rät Carsten Peters eher ab – dann lieber Photovoltaik aufs Dach, das rechnet sich auf jeden Fall.
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